Der Buntwaran - Varanus varius

Kurzbeschreibung:

 

Der Buntwaran (Varanus varius) ist mit einer Größe von 1,40 m - 2,00 m und einem Körpergewicht von ca. 3,5 - 15,0 kg die zweit Größe Waranart in Australien. Es gibt zwei unterschiedliche Farbvarianten (Normale Phase und Belli Phase) auf die im Text noch näher eingegangen wird.

Der Buntwaran hat massive stark gekrümmte Krallen.

Er lebt überwiegend in Subtropischen Waldgebieten und Küstenregionen im östlichen Australien.

 

Herkunft:

 

Das Verbreitungsgebiet des Buntwarans umfasst einen von der Kap-York-Halbinsel bis in den Süden von Victoria reichenden Küstenstreifen. Im südlichen Verbreitungsgebiet dringt der Buntwaran tiefer ins Landesinnere vor: In New South Wales bis Broken Hill, und noch weiter südlich dehnt die Art ihre Verbreitung westwärts bis nach South Australia aus. Diese Warane bewohnen vorwiegend bewaldete Gebiete im Flachland, erreicht jedoch stellenweise 800 m über NN. Im nördlichen Teil der Ausbreitung bewohnen Buntwarane neben lichteren Wäldern auch dichte, tropische Wälder, während im Rest des Verbreitungsgebiets eher offene Baumsavanne (woodlands) bevorzugt wird. Im trockeneren Inland konzentrieren sich Buntwaran-Vorkommen auf bewaldete Ufer von Flüssen, etwa um den Murray River und Darling River. Weiter im Süden bieten gemäßigte Wälder dem Waran einen Lebensraum.

 

Haltung:

 

Varanus varius lebt in den feucht warmen Subtropen der Ost-Küste Australiens. Im Terrarium sollte die Luftfeuchtigkeit je nach Verbreitungsgebiet 60 – 70% betragen. Die Grundtemperatur reicht von 26 C° - 35C°. Den Tieren sollte auch lokal ein Hotspot von 45 C° - 55 C° angeboten werden. Je nach Verbreitungsgebiet kann es im australischen Winter auch zu Frostnächten  kommen. Eine jährliche Winterruhe ist daher zu empfehlen.

 

Über die richtige Terrariengröße lässt sich bekanntermaßen immer streiten. Wir sind der Meinung das große Adulte Exemplare von 1,6m + ein Becken von mindestens 400 x 200 x250 cm benötigen. Auch hier gilt natürlich umso größer desto besser.  Je nach Größe der Tiere sollte das Terrarium natürlich angepasst werden. Es macht wenig Sinn Jungtiere von 30 cm in einem Terrarium dieser Ausmaße zu halten.

Jungtieren bieten wir in den ersten Monaten ein Terrarium mit den Maßen 120 x 80 x 80 cm, bevor Sie mit ca. 5-8 Monaten in ein übergangs Terrarium von 150 x 100 x 180 kommen.

David K. aus Australien hält eine Gruppe  adulter Varanus varius in einem Terrarium von den Maßen 240x120x240 cm erfolgreich und bringt die Tier regelmäßig zur Zucht. Unsere Adulten Tieren werden in Terrarien mit den Maßen 5m x 2,4m x2,5m gehalten.

 

Die Einrichtung des Terrariums für solche Großwarane sollten dementsprechend stabil und robust sein.

Zur Einrichtung zählen große dicke Baumstämme (keine Ästchen) diese sollten mindestens so dick wie die Tiere selbst sein. Besser jedoch doppelt so dick. Da sich Varanus varius im natürlichen Habitat auch in Baumhöhlen versteckt sollten Ihm auch im Terrarium Korkröhren als Versteckmöglichkeit dienen. Diese sollten nicht zu klein gewählt werden. Wir benutzen für Adulte Tiere Röhren von 2,0 – 2,5 m Länge mit einem Durchmesser von 20 – 40 cm. Bei Jungtieren haben wir sehr gute Erfahrung mit Holzracks gemacht.

 

Der Bodengrund sollte optimalerweise dem des natürlichen Habitats entsprechen. Daher nutzen wir eine Mischung aus Muttererde und Walderde. Da die Tiere sehr gerne graben sollte man juvenil sowie adulte Tiere die Möglichkeit dazu geben. Eine Bodengrundhöhe von min. 20 – 30 cm ist anzuraten.

 

Wie man künstliche Höhlen für die Tiere anfertigt sehen Sie in der Rubrik Terrarientechnik

 

Auch ein größeres Wasserbecken sollte nicht fehlen.

Die Rückwand sollte stabil gestaltet werden. Hier kommt die übliche Styropor Epoxidharz Rückwand in Frage. Aber auch Baumschwaten haben sich bewährt.

 

Die Beleuchtung sollte wie bei allen Australiern sehr hell sein.

Auch dürfen UV-Strahler nicht fehlen. Weitere Angaben möchte ich zur Beleuchtung hier nicht geben. Da die richtige Beleuchtung von mehreren Faktoren abhängig ist. Und diese sind von Fall zu Fall anders.

 

Wichtige Infos zur Beleuchtung finden Sie unter der Rubrik Beleuchtung.

 

Da die Tiere innerartlich sehr aggressiv sein sollen halten wir die Tiere einzeln. In Australien werden Sie auch Paarweise oder in größeren Gruppen gehalten. Wir gehen davon aus das man adulte Tiere auch Paarweise halten kann wenn man harmonisierende Paare findet.

Aber Achtung es wurden schon einige Weibchen  bei der Paarung von Männchen verletzt oder sogar getötet. Eines unserer Weibchen das wir pflegen wurde bei dem Vorbesitzer von einem Männchen bei der Paarung auch sehr schwer am Rücken verletzt. Heute ist zum glück alles verheilt und nur noch Narben zeugen von der Brutalität.

 

Wenn man die Tiere in Gruppen halten möchte ist es immer sehr ratsam Sie von klein auf zusammen zu halten. Späterer Vergesellschaftungen sind sehr schwer. Dies bestätigten uns auch australische Züchter.

Nahrung:

 

In Ost - Australien zählt der Buntwaran (Varanus varius) neben dem Dingo (Canis lupus dingo) zu den größten einheimischen Landraubtieren.

Das Nahrungsspektrum von Varanus varius besteht aus vielen verschiedenen Beutetieren. Überwiegend werden kleine bis mittelgroße Säugetiere erbeutet. Aber auch größere Tiere wie Kängurus, Wallabies und Nutztiere in Form von Aas stehen auf dem Speiseplan.

 

Verschiedene Studien zeigen das Säugetiere 60 – 80 % der Futterquellen darstellen. Da das Verbreitungsgebiet von Varanus varius sehr groß ist führt das zu einer erheblichen Variation der Ernährung dieser Art in Zusammensetzung von erbeuteten Säugetieren und Aas aber ebenso in der Art der Säugetiere.

 

In Southeasten Victoria beispielsweise zählt das Katzenfrettchen Opossum (Pseudocheirus peregrinus) zum Hauptbestandteil der erbeuteten Säugetieren. Die Nachtaktiven Opossums suchen Tagsüber Schutz in den Bäumen wo Sie dann von den Waranen erbeutet werden.

 

Varanus varius beim der jagt eines Opossums //    Quelle: Biawak, 4(2), pp. 59-63 Preying Possum: Assessment of the Diet of Lace Monitors (Varanus varius) from Coastal Forests in Southeastern Victoria
Varanus varius beim der jagt eines Opossums // Quelle: Biawak, 4(2), pp. 59-63 Preying Possum: Assessment of the Diet of Lace Monitors (Varanus varius) from Coastal Forests in Southeastern Victoria

Bei Buntwaranen die in der Nähe von Straßenverkehr leben besteht ein weiterer Teil der Nahrung aus Aas. Zum Beispiel graue Kängurus (Macropus giganteus), rothalsige Wallabies (M. rufogriseus) und das Sumpf Wallabie (Wallabia bicolor). In Verkehrsberuhigten Waldgebieten wird aktiver nach Nahrung gesucht. Dies weist darauf hin das Varanus varius die profitabelste und günstigste Beute bevorzugt. In Teilen Ost-Australiens wo eingeführte Säugetiere wie Katzen und Kaninchen vorhanden sind, zählen auch diese zur Nahrungsquelle von Varanus varius.

 

 

In verschiedenen Feldstudien wurden auch Wirbellose in den Mägen der Tiere gefunden. Diese bestanden überwiegend aus Larven und Puppen von verschiedenen Käfern und Schmetterlingen. Aber auch Heuschrecken und andere Insekten werden erbeutet.

 

Feldstudien Tabelle (Preying Possum: Assessment of Diet of Lace monitors Varanus varius from Coastal Forests in Southeastern Victoria)

 

Beute

Häufigkeit

%

Säugetiere

 

 

Gewöhnlicher Ringbeutler (Pseudocheirus peregrinus)

12

63,15

Sumpfwallaby

(Wallabia bicolor)

6*

31,57

Kurzschnabeligel

(Tachyglossus aculeatus)

1

5,2

 

 

                  

Insekten

 

 

Spinnen

1

5,2

Käfer

2

10,54

Heuschrecken, Grillen

3

15,6

Schmetterlinge, Motten

3

15,6

*Beute Ty pals Aas gefressen

 

 

 

(Weavers 1989) Berichtet davon dass auch Eier, Vögel und verschiedenen Reptilien in kleinen Mengen in den Mägen der Tiere gefunden wurden. Auch bei dieser Studie bestand der Hauptteil der Nahrung aus Säugetieren.

 

Feldstudien Tabelle (Weavers 1989)

 

 

Gefundene Futterproben in % je Probe:

 

Beute

Bendethera (Australien)

Alle Proben

Säugetiere

Macropus giganteus

14

16

 

M. rufogriseus

6

4

 

Wallabia bicolor

11

12

 

Petauroides volans

3

4

 

Petaurus breviceps

3

2

 

Trichosurus sp.

3

2

 

Isoodon obesulus

0

2

 

Felis catus

0

2

 

Vulpes vulpes

3

2

 

Oryctolagus cuniculus

31

28

 

Bos taurus

3

2

 

Equus caballus

11

8

 

Rattus sp.

6

4

 

Nicht identifizierbare Säugetierknochen

0

6

Aves

Menura superba*

3

2

 

Cinclosoma punctatum*

0

4

 

Pardalotus punctatus

0

2

 

Strepera graculina (juvenile)

3

2

 

Nicht identifizierbare adulte Vögel

6

6

Reptilien

Scindcidae

3

2

 

Arganidae

9

6

 

Varanus Varius Eier

3

2

 

Ophedia

3

2

Teleostei

 

0

2

Arthropoda

Orthoptera

17

14

 

Diptera

6

8

 

Coleoptera

9

8

 

Lepidoptera

23

22

 

Mantodea

3

2

 

Araneae

11

8

 

Menschlicher Müll

0

6

*nur vorläufige Identifizierung

 

Darminhaltsuntersuchung von Varanus varius  //   Quelle: Biawak, 4(2), pp. 59-63 Preying Possum: Assessment of the Diet of Lace Monitors (Varanus varius) from Coastal Forests in Southeastern Victoria
Darminhaltsuntersuchung von Varanus varius // Quelle: Biawak, 4(2), pp. 59-63 Preying Possum: Assessment of the Diet of Lace Monitors (Varanus varius) from Coastal Forests in Southeastern Victoria
Darminhaltsuntersuchung von Varanus varius  //  Quelle: Biawak, 4(2), pp. 59-63 Preying Possum: Assessment of the Diet of Lace Monitors (Varanus varius) from Coastal Forests in Southeastern Victoria
Darminhaltsuntersuchung von Varanus varius // Quelle: Biawak, 4(2), pp. 59-63 Preying Possum: Assessment of the Diet of Lace Monitors (Varanus varius) from Coastal Forests in Southeastern Victoria

Nahrung im Terrarium:

 

Wie die meisten Großwarane ernährt sich Varanus varius carnivor und ist nicht sehr wählerisch. Alles was Sie überwältigen können wird erbeutet.

 

Im Terrarium bieten wir Varanus varius

Ratten, versch. Mäuse, versch. Küken, Heuschrecken, Grillen, Schaben, Rosenkäferlarven, Wachsmaden, Eier, Rinderherzen und Hühnerherzen.

Da die Tiere leicht zur Verfettung neigen sollte man adulte Tiere nur 1-2 mal wöchentlich abwechslungsreich füttern.

Auch unsere adulten Tiere nehmen noch sehr gerne große Heuschrecken an. Diese jagen sie zielgenau durch das ganze Terrarium.

 

Besonderes:

 

Der Buntwaran (Varanus varius) besitzt in der Natur mit zwei unterschiedliche Farbvarianten.

 

Die Normale Phase:

Die Grundfarbe ist dunkelgrau bis hin zu schwarz

mit zahlreichen gelben bis cremefarbigen Punkten bis zu dünneren Bändern gezeichnet. Der Schwanz weist am Ansatz auf dunkler Grundfarbe schmale helle Bänder auf, die zum Ende des Schwanzes hin breiter werden.

 

Die Belli Phase:

Sehr breite gelbe und schwarze Bänderung.

Sie kommt sympatrisch mit der normalen Farbform vor.

Die Zeichenvariante Belli, vererbt sich Co-Dominant und auch Dominant. Bei einem Co-dominanten Erbgang erhält man bei einer Verpaarung

Belli x Normal 50% Normale und 50% Belli Jungtiere. Bei einem Dominanten Erbgang erhält man bei einer Verpaarung Belli x Normal 100% Belli Jungtiere.

Leider lassen sich die Tiere Äußerlich nicht unterscheiden und man weiß erst nach der ersten Verpaarung welchen Erbanlagen sein Tier besitzt. Bei der Erstnachzucht wurde bei der Verparrung normal x normal ein Bell farbenes Jungtier geboren was fragen aufwirft. Man muss jedoch dazu sagen das die Farb und variantenvielfalt von normalen und bell Tieren extrem gross ist. Ich selbst habe schon komplett schwarze bells sehen können die leicht als normale durch gingen könnten und ebenso farbenfrohe normale Tiere.

 

Laut Herrn H-G. Horn (Bisher unbekannte Details zu Varanus varius auf Grund von feldherpertologischen und terraristischen Beobachtungen Salamandra Frankfurt a. Main 1980)

wird davon ausgegangen das es sich bei der Belli Phase um eine geschlechtsgebende Färbung handelt die nur bei Männlichen Tieren auftritt.

Heute weiß man dass es auch weibliche Tiere der Belli Phase gibt.

Diese sind jedoch selten, die meisten Vertreter der Belli Phase sind doch männliche Tiere.

 

 

 

Der Buntwaran (Varanus varius) zählt unter den Waranen wohl zu den intelligentesten Waranen überhaupt.

 

Die Geschlechtsbestimmung ist sehr schwer ohne Untersuchung der inneren Geschlechtsorgane! Varanus varius ist der einzige Großwaran der über einen funktionellen ungegabelten Hemipenes verfügt. Die Weibchen verfügen ebenfalls über paarige Ausstülpungen der Kloakenwand, die wie die Hemipenes der Männchen, ebenfalls hervorstülpbar sind. Diese als Hemiclitores bezeichneten Organe sind kleiner jedoch weitgehend gleicher Struktur des Hemipenes

 

Bei alten adulten Tieren erkennt man es jedoch meist an der Größe und der Masse der Tiere. Adulte Männchen sind wesentlich länger und schwerer als weibliche Tiere die meist nur um die 1,40 m lang werden.

Dies entspricht aber nicht der Regel.

 

 

 

Zucht:

 

Text folgt in kürze ;)